Lance David Arnold bestritt am vergangenen Wochenende nach einem halben Jahr Pause wieder sein erstes Rennen im Porsche Supercup und konnte mit Platz 6 in dem international besetzten Starterfeld gleich überzeugen.
Mit einer grossen Portion Selbstvertrauen, dass er sich durch seine sensationellen Ergebnisse am Nürburgring in der Langstreckenmeisterschaft, beim 24h Rennen und bei einem Gaststart in einer polnischen GT Serie in Poznan (Posen) durch einen Sieg geholt hatte, nahm er das Angebot von SPS Performance, seinen letztjährigen GT3 zu fahren, gerne an. Es wurde kein einfaches Unternehmen aber letztendlich setzte Lance seine Routine und Nervenstärke um, und erzielte auf Anhieb ein Ergebnis das für die nächsten Rennen mehr erwarten lässt. Im freien Training hatte er sich noch mit dem Set up in die falsche Richtung bewegt und musste sich mit Platz 15 begnügen. Nach nächtlicher Datenanalyse und Umbau des Porsche sollte es im Qualifikationstraining besser laufen. Da man speziell im englischen Silverstone den Gummiabrieb der Formel1 auf der Strecke für gute Zeiten nutzen muss, ging er also mit der ersten Gruppe auf Zeitenjagd. Das Auto lag deutlich besser, die ersten Kurven passten optimal – es lief gut, bis sich ein Konkurrent vor ihm ins Aus beförderte. Arnold musste die Runde abbrechen und startete einen neuen Versuch.
Nach etwa einem Drittel der Strecke streikte dann leider eine Antriebswelle und er brachte das Auto noch soeben an die Box. Zum Zuschauen verdammt, verfolgte er am Kommandostand wie er, eben noch auf P4, immer weiter nach hinten bis auf P16 durchgereicht wurde. Die Mechaniker vollbrachten inzwischen aber eine Glanztat, sie wechselten während des laufenden Trainings, in der Boxengasse, die defekte Antriebswelle und ermöglichten es dem Duisburger eine Sekunde vor Ablauf der Zeit noch eine schnelle Runde zu fahren. Mit nicht optimal aufgewärmten Reifen und einem enormen Druck gelang es Arnold schliesslich doch noch in die Top 10 zu fahren. Von Platz 10 ging es am Sonntag ins Rennen. Der Start verlief, bedingt durch seinen unentschlossenen Vordermann, nicht ganz optimal, aber er kehrte als neunter aus der ersten Runde zurück. Das Auto lag zunächst sehr gut und so konnte er sich bis zur Halbzeit des Rennens bis auf P7 vorarbeiten. Offensichtlich Aufgrund von zu hohem Anfangsluftdruck wurde dies mit zunehmender Renndauer aber leider immer schwieriger. Während Lance sich an seinem Vordermann die Zähne ausbiss, kam sein Verfolger, der Tscheche Jiri Janak, immer näher und übte mächtig Druck aus.
Arnold entschied sich ihn vorbeizulassen und es zum Ende des Rennens noch einmal mit einem Angriff zu versuchen. Das dies die richtige Entscheidung war, bewies er dann in der letzten Runde. Während seine beiden Vorderleute sich darauf konzentrierten sich gegenseitig durch fahren von „Kampflinie“ gegenseitig in Schach zu halten, wählte der 23. jährige eine komplett andere Linie und es gelang ihm beide gleichzeitig zu überholen. So überquerte der Duisburger als sechster die Ziellinie und holte gleich bei seinem ersten Einsatz wichtige Punkte für sein Team in der Cupwertung.
Arnold: „ Es war schon ein turbulentes Wochenende mit allem was dazugehört. Ich freue mich besonders über mein gelungenes Überholmanöver in der letzten Runde. Es ist immer ein schönes Gefühl wenn ein Plan funktioniert. Besonders bedanken möchte ich mich bei den Mechanikern, die es möglich gemacht haben das Zeittraining noch einmal aufzunehmen und natürlich bei Stephan Sohn, der es mir ermöglicht wieder im Supercup mitzumischen!“
Der Duisburger wird für SPS-Performance die verbleibenden Rennen im Porsche Super Cup bestreiten und weiterhin mit und für Uwe Alzen Automotive bei der Langstreckenmeisterschaft auf der Nürburgring Nordschleife an den Start gehen.
Das nächste Rennen findet am kommenden Wochenende statt. Am Nürburgring geht es wieder mit dem Musicmonster Porsche auf die Nordschleife, bevor es beim Formel 1 Grand Prix wieder um Punkte beim Supercup geht.